Ich weiß nicht, was momentan los ist. Vielleicht ist es einfach diese Zeit im Jahr. Einerseits ist eh schon alles zu Ende, andererseits ist es so viel Stress wie noch nie.

Am liebsten würde ich mich in meinem Bett verstecken und warten bis alles rum ist. Aber dann mach ich mir wieder nur Vorwürfe, dass ich meine Zeit verschwende. Es gibt so viel zu erleben – das sollte doch die Zeit meines Lebens sein, von denen ich mal ganz stolz meinen Enkeln erzähle; wie viel Blödsinn ihre Großmutter mal gemacht habe – stattdessen sitze ich fast jedes Wochenende in meinem Zimmer, geh um 22 Uhr schlafen, weil ich ja sonst nichts bessers zu tun habe.

Ich will raus, will die Nacht erkunden, will dieses Sommerabendgefühl, von dem jeder träumt. Nein, mein Leben spielt sich in meinem Zimmer ab, in meinem Kopf. Träumereien. Nichts fühlt sich richtig an, alles auf morgen verschieben, alles bleibt gleich.

Wie soll ich erreichen, wovon ich träume, wenn ich sofort aufgebe; an nichts dran bleibe. Hätte, würde, wäre – meine besten Freunde, meine größten Feinde.

IMG_1100

Ich bin erst 18, trotzdem hab ich das Gefühl, als würde ich mein Leben vergeuden. Müsste schon mehr erreicht haben, müsste etwas Großen tun. Dieses mysteriöse Mädchen, dass irgendwie anders als alle anderen ist, aber trotzdem ganz normal. Mit wunderschönen Bildern und einer Ausstrahlung, die jeden in ihren Bann zieht. Mühelos.

Nichts davon trifft auf mich zu. Naja, vielleicht die hübschen Bilder, aber mit Mühelosigkeit hat das nichts zu tun. Viel zu viel Aufwand für diesen perfekt unperfekten Eindruck, denn ich doch nicht hinbekomme.

Ich hänge fest. Es ist nicht mehr so wie es einmal war und nicht so wie ich es möchte. Wie kann ich es ändern? Wo kann ich dieses “Große” finden, dass mir das Gefühl gibt etwas richtig zu machen. Als hätte alles einen Sinn und ist nicht nur bloßes Dahinleben.

Raus, weg, frei sein und auch so fühlen. Nicht an morgen denken; das hier und jetzt ist alles was zählt. Mit den richtigen Leuten, guter Musik und Geschwindigkeit. Egal wohin, einfach weg. Für ein paar Stunden. Nicht nachdenken, nur leben.

Ich fühle mich gefangen, obwohl ich jede Möglichkeit des Frei seins hätte. Nur nutze ich sie nicht. “Kann ich ja auch noch morgen”. Immer eine Ausrede für alles parat. Immer den leichten Weg. Immer dasselbe.

Und sobald hier das letzte Wort getippt ist, werde ich schlafen gehen – es ist nicht mal 23 Uhr – während draußen die Nacht mit all ihren Wundern wartet.

IMG_1112

2 thoughts on “june 3rd”

  1. Ich kann dich total verstehen, ich wünschte auch, ich würde mehr machen, mehr erleben, mehr sehen.

    xx, rebecca
    awayinparadise.blogspot.de

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *